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Aufatmen in Goldbach: Schulerweiterung beginnt

Die Zeit des Wartens hat ein Ende: Für den seit fast 20 Jahren begehrten Erweiterungsbau der Grundschule in Goldbach, Ortsteil der Landgemeinde Nessetal, haben Landrat Onno Eckert, Schulleiter Matthias Stellmacher sowie Bürgermeisterin Eva-Maria Schuchardt jetzt den symbolischen Spatenstich gesetzt.

Klara, Ilva, Lena Maria, Alina, Jano, Andreas und Henriette unterstützen Bürgermeisterin Eva-Marie Schuchardt und Landrat Onno Eckert beim symbolischen Spatenstich nach Kräften.

 

Bis 2021 wird das bestehende Schulgebäude umgebaut und erheblich erweitert. Rund 7,7 Mio. Euro, davon 4,4 Mio. Euro Fördermittel des Bundes und Landes, investiert der Landkreis Gotha in die zahlenmäßig größte Grundschule des nördlichen Kreisgebiets. Die rund 230 Mädchen und Jungen lernen während der Bauzeit in den Räumen der Nessetalschule Warza, wo bereits bislang bereits die Klassenstufen drei und vier untergebracht waren.

Provisorien strapazierten die Geduld aller Beteiligten


„Die Kapazitätsprobleme in Goldbach verlangten Lehrern, Kindern und Eltern, aber auch der Verwaltung in der Vergangenheit einiges ab“, verweist Landrat Onno Eckert auf die lange Vorgeschichte. Bereits in den frühen 2000-er Jahren wurden Aus- und Anbaupläne für den Standort entworfen, die sich allerdings aufgrund der damals fehlenden Mittel nicht umsetzen ließen. Stattdessen mussten Provisorien geschaffen werden, die wiederum Probleme mit sich brachten. Beispielsweise waren bis 2010 weitere Unterrichtsräume im Dorfkern angemietet worden, die – ebenso wie die Lösung, die Schülerversorgung im Dorfgasthaus unterzubringen – mit langen Wegen und damit Risiken im Straßenverkehr verbunden war. Nachdem die angemieteten Räume gekündigt wurden, entschloss sich der Kreistag für die Lösung, die Klassenstufen drei und vier im benachbarten Warza zu beschulen. Insbesondere für die Lehrer und die interne Schulorganisation war das eine nur wenig zufriedenstellende, weil zeitraubende und aufwendige Lösung.

In den Jahren 2016 und 2017 nahmen Kreistag und Verwaltung unter anderen finanziellen Vorzeichen einen neuen Anlauf. Vor-Ort-Termine des Bildungsausschusses führten zu einer breiten Willensbekundung, die Erweiterung des 1968 errichteten Schulgebäudes anzugehen. Fraktionsübergreifend wurden dann zunächst 260.000 Euro an Planungskosten in die Haushalte für 2018 und 2019 aufgenommen; zeitgleich wurde die Baumaßnahme ins Investitionsprogramm eingetaktet und Fördermittel beantragt. Diese Vorarbeit trägt nun Früchte.

Nach seiner Erweiterung wird das Schulgebäude 1.700 Quadratmeter Fläche aufweisen und über zwölf statt sechs Unterrichtsräume verfügen. Hinzu kommen zwei Horträume, zwei Differenzierungsräume, eine Projektküche und drei Garderoben. Das bestehende Lehrerzimmer sowie der Werkraum bleiben erhalten. Allein der bisherige Speiseraum wächst von derzeit 75 m² auf 220 m² und kann multifunktional genutzt werden. Der Außenbereich wird komplett neu gestaltet und mit einen grünen Klassenzimmer samt Überdachungen, modern angelegtem Schulhof, einem Multifunktionsspielfeld mit Sprunggrube, Laufbahnen und Ballspielfläche ausgestattet sein. Menschen mit Beeinträchtigung profitieren von der ganzheitlich barrierefrei ausgeführten Schulanlage, was den Einbau eines Aufzugs und spezielle Technik für Seh- und Hörbehinderte mit einschließt. Zur energetischen Versorgung des gesamten Schulstandorts inklusive Sporthalle ist – neben einer Photovoltaikanlage – ein Blockheizkraftwerk vorgesehen.


Nach dem symbolischen Spatenstich beginnen ab kommender Woche die Entkernungsarbeiten im bestehenden Schulgebäude, darauf folgen Tiefbau- und Entwässerungsarbeiten. Ab Oktober beginnen die Rohbauarbeiten für den Erweiterungsbau. Voraussichtlich an ihren alten Standort zurückkehren können die Goldbacher Grundschüler zum Schuljahr 2021/22.


Die begonnene Investition sichert nicht nur langfristig den Goldbacher Schulstandort, sondern auch den langfristigen Bestand der zugehörigen Sporthalle „Nessetalhalle“, die bis 2005 umfangreich saniert worden war.


Fakten zur Sanierung und Erweiterung

Planung Beginn Juli 2017
Baubeginn August 2019
Bauende Oktober 2021
Schülerzahl vorher (1.+2.Klasse/ 3.+4.Klasse in Warza)/ nachher 110 / 230
Sanierung alte Schule vorher / + Anbau neue Schule nachher 740 m² / 1718 m²
Unterrichtsräume klein 50 m² vorher / nachher 3 / 4
Unterrichtsräume mittel 60 m² vorher / nachher 0 / 2
Unterrichtsräume groß 75 m² vorher / nachher 3 / 6
Werkenraum (Bestand) 1 / 1
Hortraum 60 m² 0 / 2
Speiseraum / Mehrzweckraum mit Lichtkuppeln 75 m² / 219 m²

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