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Wolf stellt heimische Landwirte vor Herausforderungen

Die Wolfshybriden und deren Muttertier, die auf dem Standortübungsplatz Ohrdruf ihr gemeinsames Revier haben, stellen insbesondere die Land- und Viehwirte vor zunehmende Herausforderungen.

Bild: Niko Korte / pixelio.de

„Neben dem Schutz des Wolfes dürfen der Schutz der Nutztiere und die Interessen der Schäfer und Züchter nicht außer Acht gelassen werden“, plädiert Landrat Konrad Gießmann. Schafherden im Landkreis Gotha waren in der Vergangenheit zunehmend von Attacken durch den Wolf und dessen Hybriden betroffen. Zahlreiche Tiere verendeten und es entstand ein erheblicher Schaden für die heimische Landwirtschaft. Die Serie der Risse am Standortübungsplatz, die nachweislich vom Wolf verursacht wurden, beträgt gegenwärtig ca. 80 Schafe und Ziegen.

 

„Wenn der Wolf gewollt ist, muss dem Schutz der Nutztiere und des Eigentums der Landwirte eine entsprechende übergeordnete Rolle zuteil werden. Entschädigungen für gerissene Tiere, aber auch für den Ausbau von Schutzvorrichtungen müssen durch den Freistaat weiter gefördert werden“, betont Gießmann. Doch nicht nur Schutz und Entschädigungen für Risse sind erforderlich. Auch auftretende Spätfolgen wie beispielsweise Fehl- oder Missgeburten, die durch den Stress innerhalb der Herde vermehrt auftreten können, müssen berücksichtigt werden. Viele Schafe werden darüber hinaus auch stressbedingt nicht trächtig. Dies führt unweigerlich zur Dezimierung der Schafsherden. Der Wolf sei eine Herausforderung, welcher ganzheitlich begegnet werden müsse, so Gießmann weiter. Dazu gehören neben Soforthilfen für Land- und Viehwirte auch Unterstützungen zur Kompensation von Langzeitschäden und notwendigen Mehraufwänden. Schließlich würden alle Mehrmaßnahmen zum Schutz der Herde neben Geld auch Arbeitszeit kosten, die letztlich nicht mehr zum Hüten zur Verfügung steht.

 

Die Schäferei umfasst neben der Behütung und Zucht vor allem auch die Produktion von Milch, Fleisch und Wolle. Die wohl größte Bedeutung obliegt jedoch der Landschaftspflege durch Schafe, die gerade in Thüringen sehr wichtig ist. Regionen, die nicht von Schafen beweidet werden, wachsen innerhalb kürzester Zeit mit Bäumen und Sträuchern zu. Die Beweidung durch Schafe gibt insbesondere dem Thüringer Becken sein charakteristisches Landschaftsbild. Auch der Standortübungsplatz Ohrdruf sowie die Steilhänge am Seeberg und den Drei Gleichen werden durch zahlreiche Schafsherden bewirtschaftet. Diese Pflege ist nicht maschinell, sondern nur durch das Weiden von Schafherden möglich. Ein Drittel der etwa 1.450 Hektar großen deutschen Steppen befinden sich in Mittel- und Nordthüringen.

 

Die Wanderschäferei als oftmals einzig mögliche Landschaftspflege ist jedoch bedroht. Wegen finanziellen Ausfällen und bürokratischen Hürden verringern sich die Herdengrößen immer weiter. Den Vorstoß des Bundesverbandes der Berufsschäfer einer bundesweiten Weidetierprämie begrüßt Landrat Konrad Gießmann sehr. „Der Beruf des Schäfers ist mehr als eine idyllische Vorstellung. Er ist eine Notwendigkeit für unsere Region. Durch immer höhere Auflagen steigen die Belastungen für die Schäfer stetig weiter“, mahnt Gießmann. Die vor einem Jahr im Bundesrat abgelehnte Initiative des Freistaates Thüringen für eine freiwillig gekoppelte Stützung für Schaf- und Ziegenfleisch müsse darüber hinaus weiter verfolgt und erneut eingebracht werden. Eine „Mutterschafprämie“ im Wolfsschutzgebiet wäre nach Einschätzung des Landrates eine unbürokratische und schnelle Verbesserung zur Situation der Schäfer. Diese könnten so eigenständig entscheiden, welche Methoden des Herdenschutzes sie anwenden.

 

Gleichzeitig begrüßt Landrat Konrad Gießmann die jüngst verstärkten Maßnahmen zur Aufklärung über das Zusammenleben mit dem Wolf. Insbesondere die Hinweise zur Hundehaltung während der Ranzzeit sollten Beachtung finden. Demnach müssen Hunde im Wald angeleint sein. Das Risiko, dass sich ein freilaufender Hund mit der Wölfin paart, ist groß. Dies beweisen nicht zuletzt die Ohrdrufer Wolfshybriden.

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