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Orthopädie-Werkstätten schaffen beste Lernbedingungen

Gemeinsam mit Schulleiter Dr. Uwe Kirschberg konnte Landrat Konrad Gießmann am Montag (05.03.2018) die neuen Orthopädie-Werkstätten am Staatlichen Berufsschulzentrum „Hugo Mairich“ in Gotha einweihen. Der Landkreis Gotha als Schulträger des Berufsschulzentrums hatte in den vergangenen Jahren gemeinsam mit den Kammern und Innungen der Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie den Prüfungsausschüssen, dem Thüringer Wirtschaftsministerium und weiteren Partnern das Projekt auf den Weg gebracht.

Mit den neuen Orthopädie-Werkstätten wird auch erstmalig eine länderübergreifende Fachklasse etabliert. Lehrlinge aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen werden ihre theoretische und praktische Orthopädie-Ausbildung in Gotha absolvieren. Dabei hat sich der Standort aus vielerlei Gründen durchsetzen können. So waren unter anderem die zentrale Lage und die sehr gute Infrastruktur der Staatlichen Berufsschule „Hugo Mairich“ entscheidend für die Auswahl. Auch der bisherige Ausbau und die Etablierung des Berufsschulinternats mit modern und funktional eingerichteten Zimmern an einem Standort, wofür der Landkreis Gotha und die Internate im Landkreis Gotha GmbH gemeinsame Investitionen getroffen haben, sind in die Entscheidung eingeflossen. Dadurch ergibt sich ein ganzheitliches Berufsschulkonzept, welches so einmalig in Thüringen ist.

                                                                                           

Für den Um- und Ausbau der neuen Lehrräume hat der Landkreis große Investitionen getätigt. Allein im Haushaltsjahr 2017 stellte der Kreistag hierfür 275.000 Euro bereit. Auch während der Vorbereitungen in den vergangenen Jahren wurden nochmals fast 220.000 Euro investiert.

 

Das Ergebnis dieser Anstrengungen kann sich sehen lassen. So bestehen die Orthopädie-Werkstätten aus insgesamt vier verschiedenen Arbeitsräumen.

 

So bietet der Werkstattraum zwölf Arbeitstische mit vollständiger Werkzeugausstattung zur Bearbeitung und Montage von Orthesen und Prothesen der oberen und unteren Extremitäten und zur individuellen Herstellung von Sitzschalen für Rollstühle. Weiterhin gehören zur Ausstattung zwei Ständerbohrmaschinen zur Vorrichtung von Schienen und Schellen bei Orthesen und Prothesen, vier Flachbettnähmaschinen zur Herstellung von Leibbinden und Stützmiedern sowie zwei Sattlernähmaschinen zur Herstellung von Gurten und Lederbändern. Außerdem stehen den Lehrlingen zwei L.A.S.A.R. POSTURE zur Verfügung. Diese Geräte unterstützen die angehenden Techniker beim optimalen Prothesen- und Orthesenaufbau und bei der Kontrolle des statischen Lotaufbaus.

 

Der Maschinenraum ist mit vier Trichterfräsen zum Beschleifen des Innen- und Außenumfanges von Prothesen oder zum Beschleifen von Orthesenkanten aus verschiedensten Materialien bestückt. Eine Bandschleifmaschine wird zur Herstellung von planen Flächen an unterschiedlichsten Bauteilen genutzt. Überdies können die Azubis im Maschinenraum eine Schleifmaschine zum Schärfen von Messern und Scheren, eine Bandsäge zum Zuschnitt verschiedenster Materialien und einen Kompressor zur Erzeugung von Druckluft nutzen. Eine zentrale Absauganlage sammelt dabei alle anfallenden Schleifabfälle auf.

 

Der Kunststoffraum bietet 18 Arbeitsplätze zur Kunststoffverarbeitung und Herstellung von faserverstärkten Bauteilen für Prothesen, Rumpforthesen oder Korsettversorgungen. Er ist ausgestattet mit zwei Sicherheitsschränken zur Lagerung von Gefahrstoffen sowie zwei Öfen zur Erwärmung unterschiedlichster Kunststoffmaterialien. Pro Arbeitsplatz steht außerdem eine Vakuumpumpe zur Verfügung, die Unterdruck zur Herstellung von laminierten Prothesen- oder Orthesenbauteilen erzeugt.

 

Im Gipsraum können sechs Auszubildende gleichzeitig an Gipspositivmodellen arbeiten. Der Raum ist darüber hinaus mit einem Gipssilo sowie einem Trockenofen für Gipspositive bestückt.

 

Dank moderner Räume, neuster Technik und angepasster Lehrpläne wird die Ausbildung der Orthopädie-Bereiche inhaltlich wie technisch deutlich aufgewertet. Davon profitieren gegenwärtig rund 150 Auszubildende. Und die Nachfrage dieser Lehrberufe steigt weiter.

 

Mit den neuen Orthopädie-Werkstätten führt der Landkreis Gotha auch die Tradition der Orthopädieschuhmacher fort, die einst in Ohrdruf begonnen hat. Tradition müsse als ein Sprungbrett verstanden werden, jedoch nie als ein Ruhekissen, unterstrich Landrat Konrad Gießmann während der feierlichen Eröffnung. Und so werden die Orthopädieschuhmacher mit den Orthopädietechnik-Mechanikern zusammengeführt, um die Lehrlingsausbildung weiterzuentwickeln.

 

„Mit den neuen Orthopädie-Werkstätten finden unsere Auszubildenden nun beste Lehr- und Lernbedingungen für den praktischen Bereich der Orthopädie-Technik vor. Dies ist nicht nur allein ein Standortvorteil für unsere Berufsschule, sondern auch für die Stadt und den Landkreis Gotha. Es ist vielmehr aber auch ein eindeutiger Vorteil für die Auszubildenden, die hier die bestmögliche Ausbildung erfahren“, betonte Landrat Konrad Gießmann. Er sei davon überzeugt, dass sich Unternehmen und Betriebe in ganz Deutschland um die sehr gut ausgebildeten Fachkräfte aus Gotha bemühen werden. Man könne sich der Zukunft des Berufsschulstandortes Gotha und der Zukunft der Gothaer Absolventen sicher sein, so Gießmann abschließend.

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