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Kids erarbeiten Forderungen und Selbstverpflichtungen beim Kindergipfel

Die Teilnehmenden des Kindergipfels zusammen mit Jürgen Seiring und Thomas Fröhlich.

Lehrkräfte sollen noch besser geschult werden, wenn es um sexuelle und geschlechtliche Vielfalt geht und Freizeitaktivitäten sollen auch in Zukunft bezahlbar bleiben – das sind zwei von fünfzehn Forderungen an Politik und Verwaltung, die rund 60 Kinder und Jugendliche am 21. Juni zum 10. lokalen Kindergipfel in Gotha aufgestellt haben. Erarbeitet haben sie diese von morgens bis nachmittags in Workshops zu den Themenfeldern Sexualität, Bildung, Diskriminierung/Mobbing/Ausgrenzung, Krieg und Freizeitgestaltung. Auch wenn „Kinder reden – Erwachsene hören zu“ das Motto des Gipfels ist, wurden die Kids in den Workshops von erwachsenen Expertinnen und Experten unterstützt, die sich im jeweiligen Themenbereich besonders gut auskennen. Die Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 15 Jahren haben in den Workshops aber nicht nur Forderungen aufgestellt, sondern sich auch selbst dazu verpflichtet, aktiv an einer besseren Zukunft zu arbeiten. Zu den Selbstverpflichtungen gehört zum Beispiel, dass die Kids in  Freizeitanlagen Müll aufsammeln oder auch Opfer von Mobbing unterstützen wollen.

„Dass nach der langen Corona-Zeit überhaupt wieder ein Kindergipfel möglich ist und er auch noch nach zwanzig Jahren auf ein so großes Interesse stößt, freut uns sehr“, sagen Jugendamtsleiterin Simone Baumann und die Geschäftsführerin des Kreisjugendring Gotha e.V. Petra Grensemann. Das Jugendamt des Landkreises organisiert den Kindergipfel gemeinsam mit dem Kreisjugendring und der Naturfreundejugend. Aber auch die Kids selbst sind an der Organisation beteiligt gewesen – in Form des Kinderrates, also dem Kinder- und Jugendparlament des Landkreises. Beispielsweise hat der Kinderrat die Workshop-Themen ausgewählt und auch dafür gesorgt, dass alle teilnehmenden Kids ein schwarzes Kindergipfel-T-Shirt zur Eröffnung bekommen haben.

Neu war in diesem Jahr der Veranstaltungsort des Kindergipfels. Zum ersten Mal fand er in einer Schule in freier Trägerschaft statt: der Evangelischen Regelschule in Gotha. Rund 280 Schülerinnen und Schüler lernen derzeit an der integrativen und reformpädagogischen Schule der Evangelischen Schulstiftung in Mitteldeutschland; 15 von ihnen haben selbst beim Kindergipfel mitgemacht.

Ganz nach dem Motto „Kinder reden – Erwachsene hören zu“ sind die Kinder und Jugendlichen nach ihren Workshops mit Politikerinnen und Politikern der Kreistagsfraktionen ins Gespräch gekommen. Hier konnten sie ihre Wünsche und Ideen für die Zukunft direkt an die Menschen weitergeben, die sie ggf. umsetzen können. Und auch darüber hinaus sind die Forderungen und Selbstverpflichtungen der Kids auf Gehör gestoßen. Bei einer Podiumsdiskussion haben der Bildungsdezernent des Landkreises Thomas Fröhlich und Jürgen Seiring, Leiter des Amtes für Bildung und Schulen, nicht nur aufmerksam zugehört, als die Kinder und Jugendlichen ihnen alle Forderungen und Selbstverpflichtungen präsentierten, sondern auch einen Einblick gegeben, inwieweit diese tatsächlich umsetzbar sind.

Alle Forderungen und Selbstverpflichtungen sind außerdem in einem Zukunftsvertrag zusammengefasst worden, den der Bildungsdezernent sowie der Leiter des Amtes für Bildung und Schulen unterzeichnet haben. Der Kindergipfel des Landkreises findet alle zwei Jahre statt und wird mit Mitteln des Landkreises und der Regionalstiftung der Kreissparkasse Gotha gefördert.

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