Zu insgesamt 2.876 Einsätzen sind die haupt- und ehrenamtlichen Feuerwehren des Landkreises Gotha im vergangenen Jahr alarmiert worden. Damit ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen (2024: 2.682), wie eine neue Statistik des Amtes für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungsdienst zeigt. Was dabei deutlich gestiegen ist, ist die Zahl der Brände, zu denen die Einsatzkräfte ausrücken mussten. Waren es 2024 noch 355, sind es im vergangenen Jahr 463 gewesen – eine Steigerung von rund 30 Prozent.
26 Großbrände beschäftigen die Feuerwehren
Bei den Bränden handelte es sich um 378 Kleinbrände, 59 Mittelbrände und 26 Großbrände. „Besonders auffällig ist der starke Anstieg bei den Großbränden“, erklärt Amtsleiter und Kreisbrandinspektor Daniel Marggraf. „Diese haben sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als vervierfacht.“ Die trockenen und heißen Sommermonate führten außerdem zu einer Vielzahl von Vegetationsbränden im Landkreis. „Zu den besonders herausfordernden Einsätzen zählte der Brand eines Produktionsbetriebes in Finsterbergen. Darüber hinaus waren Einsatzkräfte aus dem Landkreis über mehrere Tage hinweg beim großflächigen Waldbrand in Gösselsdorf im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt im Katastrophenschutz-Einsatz eingebunden“, so Marggraf weiter. Bei Brandeinsätzen retteten die Feuerwehrkräfte insgesamt 555 Menschen (2024: 64). Diese hohe Zahl hängt insbesondere mit einem Brandereignis an einem ICE zusammen, bei dem jede aus dem Zug gerettete Person in die Statistik fällt. Für fünf Personen kam bei Brandeinsätzen leider jede Hilfe zu spät.
Feuerwehren vor allem bei technischen Hilfeleistungen gefragt
Einen Großteil des Einsatzgeschehens haben auch im Jahr 2025 die technischen Hilfeleistungen ausgemacht. Auch diese nahmen mit 2.030 im Vergleich zum Vorjahr leicht zu (2024: 1.942). Zu den technischen Hilfeleistungen gehören unter anderem Verkehrsunfälle, Verunreinigungen der Fahrbahnen infolge von Öl- oder Kraftstoffaustritt und Unterstützungen des Rettungsdienstes.
Insgesamt 383 Alarmierungen der Feuerwehren ließen sich auf Fehleinschätzungen durch Anrufer:innen, Fehlauslösungen von Brandmeldeanlagen oder missbräuchliche Verwendung des Notrufes zurückführen.
1.875 Feuerwehrmänner und -frauen ehrenamtlich im Einsatz
Die personelle Situation der Feuerwehren blieb auch im vergangenen Jahr weitgehend stabil. Neben 39 hauptamtlichen Kräften bei der Berufsfeuerwehr Gotha engagierten sich 1.875 Ehrenamtliche in 28 Freiwilligen Feuerwehren mit 89 Standorten (2024: 1.866). Unter den ehrenamtlichen Einsatzkräften waren 268 Frauen – ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr (2024: 238).
Bei Einsätzen wurden im vergangenen Jahr 18 haupt- und ehrenamtliche Kräfte verletzt.
„Das Brandschutzwesen beruht auch in unserem Landkreis auf den vielen motivierten und gut ausgebildeten ehrenamtlichen Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehren. Ich danke den vielen Ehrenamtlichen daher ganz besonders, aber natürlich auch den hauptamtlichen Kameradinnen und Kameraden von Herzen für ihren Einsatz – sowohl im aktiven Einsatzgeschehen als auch bei der unverzichtbaren Aus- und Weiterbildung hinter den Kulissen“, so Landrat Onno Eckert.
In den Jugendfeuerwehren waren im vergangenen Jahr 1.113 Kinder und Jugendliche organisiert (2024: 1.128). Die Alters- und Ehrenabteilungen umfassten 691 Mitglieder und verzeichneten damit ebenfalls einen Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr (2024: 670).
