Vor einem Jahr hat das Jugendamt zum Weiberfasching seine Aufklärungskampagne zum Thema K. o.-Tropfen gestartet. Das Fazit zeigt, wie nötig die Kampagne ist: Überall, wo Mitarbeiter:innen mit der Kampagne waren, haben Betroffene von eigenen Erlebnissen oder Erfahrungen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis berichtet, unabhängig von Alter und Veranstaltung.
Die Kampagne richtet sich vor allem an Jugendliche ab der 7. Klasse, junge Frauen, Mütter und Fachkräfte sowie Veranstalter:innen. Neben Besuchen an 18 Schulen im Landkreis waren Mitarbeiter:innen des Jugendamtes deshalb auch auf zahlreichen Veranstaltungen präsent. Dazu gehörten zum Beispiel auch Festivals, eine Ausbildungsbörse und der Thüringentag in Gotha. Auch im Frauenhaus hat das Team informiert. Insgesamt hat die Kampagne damit rund 3.000 Schüler:innen und etwa 1.000 Personen auf Veranstaltungen erreicht.
Sensibilisierung und Schutz
Ziel der Kampagne ist es, Menschen für die Gefahren von K. o.-Tropfen zu sensibilisieren, über Wirkweisen und Täterstrategien aufzuklären sowie Schutz- und Hilfsmechanismen für Betroffene zu stärken. Das Jugendamtsteam hat über die Bedeutung von sicheren Orten (Safespaces) und Awareness-Teams informiert und für den Umgang mit Verdachtsfällen sensibilisiert.
Neben Plakaten und Informationsmaterial sind Goodie-Bags Teil der Kampagne. Mitarbeiter:innen verteilen diese bei Veranstaltungen und Schulbesuchen. Die Goodie-Bags sind sehr beliebt, da sie nützliche Hilfsmittel, wie Testarmbänder und Getränkeüberzieher, enthalten. So bekommen Menschen durch die Kampagne nicht nur das Wissen, sondern auch die Mittel, sich vor K. o.-Tropfen zu schützen.
K. o.-Tropfen bleiben weiter Thema
Insgesamt ist die Reaktion auf die Kampagne positiv. „Vor allem in den Schulen waren die Jugendlichen sehr dankbar, dass wir das Thema aufgreifen“, sagt Sven Zeilmann-Kerber, der die Kampagne im Jugendamt geleitet hat. „Für sie ist die Problematik sehr präsent und auch Veranstalter:innen kommen inzwischen aktiv auf uns zu und fragen nach Unterstützung.“
Trotzdem gibt es noch Herausforderungen. Es gibt keine belastbaren Daten zur Häufigkeit von K. o.-Tropfen im Landkreis, da die Stoffe nur sehr kurz im Körper nachweisbar sind. Auch fühlen sich Betroffene häufig nicht ernst genommen.
Die hohe Resonanz, die vielen persönlichen Gespräche und die zunehmende Sensibilisierung von Veranstalter:innen zeigen jedoch: Prävention wirkt, wenn sie sichtbar, niedrigschwellig und ernsthaft betrieben wird. Deshalb wird die Kampagne des Jugendamtes auch in diesem Jahr weiterlaufen.
Das Team wird wie 2025 wieder beim Weiberfasching der Gothaer Karnevalsgemeinschaft mit einem Infostand präsent sein und über K. o.-Tropfen aufklären.
