Der Bromacker bei Tambach-Dietharz zieht erneut internationale Koryphäen an.
Seit einigen Jahren schon wird in den fast 300 Millionen Jahre alten Gesteinsschichten des Unterperm an der Fossilfundstelle „Bromacker“ zwischen Georgenthal und Tambach-Dietharz im Thüringer Wald erfolgreich gegraben. Bisher wurden Skelettreste von 13 verschiedenen Ursaurierarten und zahlreiche weitere Fossilien entdeckt. Es handelt sich dabei vor allem um neue Arten der ältesten vierbeinigen Landwirbeltiere der Erdgeschichte und um Erstnachweise außerhalb der USA.
Auch die „Bromackergrabung 2010“ – wie immer unter Leitung von Dr. Thomas Martens, Paläontologe des Museums der Natur der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha – verspricht spannend zu werden. Die Grabung hat am 26. Juli begonnen und soll bis 13. August andauern. Nach einigen Tagen technischer Vorbereitungsarbeiten, etwa dem Freilegen der fast zwei Meter mächtigen Fundschicht, wird die Grabung ab Anfang August von Saurierspezialisten aus den USA, Dr. David Berman vom Carnegie Museum of Natural History in Pittsburgh und Prof. Stuart Sumida von der California State University in San Bernardino (Kalifornien), tatkräftig unterstützt. Von der Comenius Universität Bratislava (Slowakei) wird der Paläontologe Andrej Čerňanský aktiv teilnehmen. Außerdem werden wieder mehrere Grabungshelfer die Arbeiten unterstützen – z. B. Susann Kämpf, Biologie-Studentin an der Universität Konstanz. Sie absolviert ihr 10. Grabungsjahr am Bromacker.
Die Grabungsarbeiten werden in diesem Jahr vom Rotary-Club Gotha, vom US-Konsulat Leipzig und von der Stadtverwaltung Tambach-Dietharz unterstützt.
Die Fossilien öffnen ein weltweit einmaliges erdgeschichtliches Fenster in eine Lebensgemeinschaft auf dem einstigen Urkontinent Pangäa, der vor fast 300 Millionen Jahren das Bild der Erde prägte. Die wissenschaftlich äußerst wertvollen Fossilfunde sind das Ergebnis einer bisher 18jährigen deutsch-amerikanischen Zusammenarbeit. Die zeitaufwändige Präparation und wissenschaftliche Bearbeitung der Funde erfolgte überwiegend am Carnegie Museum in Pittsburgh, USA. Die spektakulärsten Funde, wie das „Tambacher Liebespaar“ und der Ursaurier Orobates pabsti können zusammen mit weiteren Funden noch bis Ende des Jahres in der ständigen Ausstellung „Ursaurier zwischen Thüringer Wald und Rocky Mountains“ im Museum der Natur Gotha besichtigt werden.
