20 freiwillige Feuerwehrleute beginnen jetzt die Ausbildung für den Lkw-Führerschein.
In Theorie und Praxis erlernen die Kameraden den Umgang mit Lkw über 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht, die sie dann auch mit Anhängern fahren dürfen. Den Erwerb des Führerscheins unterstützt der Landkreis Gotha über den Kreisfeuerwehrverband mit einem Zuschuss von 500 Euro je Ausbildung. Den gleichen Betrag stellt die entsendende Stadt oder Gemeinde bereit; den Rest trägt der Fahrschüler selbst. Seit 2001 haben mit dieser bewährten Verteilung insgesamt 184 Kameradinnen und Kameraden den Führerschein erworben – und „damit die Einsatzfähigkeit der freiwilligen Wehren im Landkreis gestärkt“, wie der Zweite Beigeordnete Thomas Fröhlich betont. Er stellt klar, dass diese freiwillige Leistung von 10.000 Euro jährlich aus dem Kreishaushalt trotz schwieriger finanzieller Rahmen¬bedingungen nie zur Disposition gestellt wurde. Denn: Einsatzbereite Feuerwehren sind Gold wert. Nicht nur, um Leben und Sachwerte zu retten; vielerorts stellt sich inzwischen auch die Nachfolgefrage in den Einsatzabteilungen. Tanklöschfahrzeuge, Rüstwagen und Mannschaftstransporter erfordern neben der qualifizierten Besatzung auch einen versierten Fahrer. Um zu vermeiden, dass die von den Gemeinden und teils auch vom Landkreis angeschafften Fahrzeuge eines Tages nicht mehr bewegt werden können, weil die notwendige Führerscheinklasse fehlt, haben der Kreisfeuerwehrverband und das Amt für Brand- und Katastrophenschutz die Förderung seinerzeit ins Leben gerufen.
Nachhaltige Wirkung in der Fläche
„Auf diese Weise sind bereits Kameradinnen und Kameraden aus nahezu allen Einsatzabteilungen in den Genuss der Ausbildung gekommen“, erfreut Manfred Ender, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands, die Wirkung in der Fläche. Der Nutzen des Modells hat sich bereits in den Wehren herumgesprochen; inzwischen hat sich die Zahl der Teilnehmer bei nahezu konstant 20 angehenden Lkw-Fahrern pro Jahrgang eingepegelt. Und das, obwohl es für die Teilnehmer einen zusätzlichen Zeitaufwand zum Ehrenamt bedeutet: Schließlich müssen die Prüflinge wie einst beim Autoführerschein wieder die Bank in der Fahrschule drücken und später Fahrstunden auf dem Ausbildungs-Lkw nebst zugehörigen Prüfungen absolvieren. Dafür aber bietet das Verfahren aber auch den Interessenten die Gelegenheit, zu relativ günstigen Konditionen in den Besitz eines Lkw-Führerscheins zu kommen.
So genannter „Feuerwehr-Führerschein“ reicht oft nicht aus
Mit dem Zuschuss für die Klassen C und CE schließen der Landkreis und der Kreisfeuerwehrverband eine Lücke, die auch der im vergangenen Jahr mit großem Aufsehen eingeführte „Feuerwehrführerschein“ nicht auffüllen kann. „Die Neuerung mag unter Umständen im Einzelfall Vorteile bringen, wenngleich sie auch noch Unsicherheiten in der Umsetzung birgt. Doch sobald es um die großen Tanklöschfahrzeuge geht, braucht man die Klasse C. Deswegen – und nicht zuletzt infolge der guten Erfahrungen – wollen wir auch zukünftig an dieser Förderung festhalten“, so Thomas Fröhlich. Bislang wurde der so genannte „Feuerwehr-Führerschein“ bei der Fahrerlaubnisbehörde des Landkreises auch noch gar nicht beantragt.
Mit dem Erwerb der entsprechenden Führerscheinklassen ist die Ausbildung für die Fahrer allerdings nicht für alle Zeiten beendet: Der Kreisfeuerwehrverband bietet im April ein Fahrsicherheitstraining auf dem ADAC-Parcours in Nohra an. Die teilnehmenden Fahrer können mit den eigenen Fahrzeugen das Reagieren in besonderen Situationen erlernen. Das Fahrsicherheitstraining wird ermöglicht dank einer Zuwendung der Regionalstiftung der Kreissparkasse Gotha.
