Umweltpreis für Tino Sauer

Tino Sauer, Umweltpreisträger 2012.

Tino Sauer, Umweltpreisträger 2012.

Tino Sauer aus Gierstädt erhielt den Umweltpreis des Landkreises Gotha 2012.

Der 48-Jährige nahm die Auszeichnung von Landrat Konrad Gießmann am 5. Juni, dem Tag der Umwelt, im Roten Hof von Wangenheim entgegen. Die Ausschreibung der Ehrung stand in diesem Jahr unter dem Motto „Energiewende ja, aber nur im Einklang mit der Biodiversität“. Eine fachkundige Jury, der neben Mitgliedern des Umweltausschusses und des Umweltamtes auch mehrere Vertreter von Naturschutzverbänden angehörten, kürte schließlich den Hobby-Ornithologen Sauer zum Preisträger 2012.

 

„Der Ort der Preisverleihung ist zu Füßen eines der größten Thüringer Windradparks gut gewählt“, sagt Landrat Konrad Gießmann angesichts des Mottos 2012. „Das Spannungsfeld zwischen den Notwendigkeiten der Erneuerbaren Energien, aber auch des Erhaltens der Artenvielfalt zeigt sich hier sehr deutlich“, verweist Gießmann auf die stets wiederkehrenden Diskussionen um Schlagopfer, zu denen teilweise bedrohte Vogelarten zählen.

 

Kritischer, auch streitbarer Mahner

 

Tino Sauer ist einer der Mahner, die nicht nur energie- und infrastrukturelle Projekte kritisch begleiten, sondern die Belange des Naturschutzes auch anderswo im Blick behalten. Seit mehr als 30 Jahren engagiert sich Sauer in der NABU-Ortsgruppe Großfahner aktiv, wo er insbesondere für die Lebens- und Schutzräume bedrohter und seltener Vogelarten eintritt. Unter anderem verdanken inzwischen zehn Schwalbenhäuser im Landkreis ihre Existenz dem Engagement Sauers. Hinzu kommen verschiedene Boden- und Gewässerflächen, die von der Ortsgruppe Großfahner als wichtige Biotope und Rückzugsräume seltener Arten angekauft worden sind und die von den ehrenamtlichen Naturschützern ihren Bedingungen gemäß bewirtschaftet und gepflegt werden. Als Mitglied des NABU-Landesverbands hat sich Sauer zudem mit fachlichen Stellungnahmen zu verschiedenen Projekten einen Ruf als streitbarer Verfechter der Belange des Naturschutzes erarbeitet. Dem Makro-Nutzen von Anlagen für erneuerbare Energien stellt er in den Abwägungen stets die Auswirkungen vor Ort entgegen, wobei er sich aber nicht in der Rolle des konsequenten Verweigerers sieht. „Tino Sauer ist kritisch und fordernd, aber auch kompromissbereit, wobei er durchaus eigene Vorschläge einbringt, um die Interessen des Naturschutzes mit Projektvorhaben in Einklang zu bringen“, charakterisiert der Erste Beigeordnete Helmut Marx den diesjährigen Preisträger in seiner Laudatio.