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Elektroautos nehmen spürbar Fahrt auf

Fahrzeuge mit voll- oder teilelektrischem Antrieb erfreuen sich zunehmender Beliebtheit im Landkreis Gotha. Das geht aus der nun vorgelegten Kfz-Zulassungsstatistik für 2017 hervor, die vom Straßenverkehrsamt des Landratsamtes erstellt worden ist.

Danach waren im vergangenen Jahr mit 326 Stromern mehr als doppelt so viele auf den heimischen Straßen unterwegs als noch 2016 (155 Fahrzeuge). Unter ihnen hat sich die Zahl der rein elektrisch betriebenen Wagen auf 67 nahezu verdreifacht (2016: 23), die so genannten Hybridmodelle mit einem zusätzlichen Verbrennungs­motor legten bei den Benzinern um 123 auf 238 Exemplare zu, bei den Dieseln immerhin um fünf auf 21 Stück.

 

„Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen hat sich deutlich gedreht“, bilanziert Mario Weigand als Leiter des Straßenverkehrsamtes. 2016 war zunächst ein leichter Rückgang auf 155 Modelle zu verzeichnen gewesen (2015: 166). Der sei mittlerweile mehr als ausgeglichen worden, so Weigand. Platzhirsche im Segment sind aktuell die asiatischen Hersteller: Unter den rein elektrischen Autos führt die koreanische Marke Hyundai mit dem 15-mal zugelassenen Modell IONIQ das Teilnehmerfeld an, bei den Hybriden hat Toyota mit dem Prius (47) und Auris (42) die Nase vor dem IONIQ (20). Dagegen nehmen sich die drei Modelle der US-Pioniermarke Tesla (einmal Model X, zweimal Model S) sowie die beiden Audi Q7 etron und ein Porsche Panamera 4E als Exoten aus. Insgesamt sind derzeit 57 Kennzeichen vergeben, die mit dem Buchstaben „E“ enden und den Fahrern andernorts Vorteile wie bevorzugte Parkberechtigungen oder die Nutzung von Bus-Fahrspuren in teilnehmenden Städten ermöglichen.

 

Wenn auch nicht gleichauf, steigt mit der Nachfrage nach Elektrofahrzeugen auch die Verfügbarkeit öffentlicher Ladepunkte. Insgesamt stehen im Landkreis Gotha laut Klimaschutzmanager Jan Heinichen derzeit sieben öffentlich zugängliche Ladesäulen zur Verfügung, die überwiegend von Energieversorgern wie den Stadtwerken Gotha (Perthes-Forum), der Energieversorgung Inselsberg (Bad Tabarz, Friedrichroda), der TEAG (Mühlberg) oder der Ohra Energie (Georgenthal, Ohrdruf) betrieben werden.

 

Gothaer bleiben VW und Hyundai treu

 

2017 ist allerdings nicht allein die Zahl der Elektrofahrzeuge gestiegen: Mit 6.647 Neuzulassungen von Fahrzeugen aller Art – also auch Lkw, Anhänger, Motorräder – verzeichnete die Zulassungsbehörde ein Rekordjahr (2016: 6.545, 2015: 5.753). Dabei zeigten sich die Autobesitzer zwischen Fahner´scher Höhe und Rennsteig besonders markentreu: Die meisten Neuzulassungen stammten auch 2017 wieder von Volkswagen, von denen 860 neu zugelassen wurden (2016: 824). 195 Fahrzeuge davon entstammten der Golf-Familie (2016: 237). Platz zwei in der Markenhierarchie belegte abermals Hyundai mit 570 Neuzulassungen (2016: 479), von denen 170 auf den i20 sowie weitere 148 auf den SUV Tucson entfielen. Die Marken-Ränge drei bis fünf teilen sich Skoda, Opel und KIA mit je 396, 361 und 352 Neuzulassungen 2017 (2016: 384, 397, nicht unter den ersten fünft gelistet).

 

Zwei Bentley jenseits der 300-km/h-Marke

 

Im Gesamtbestand aller registrierten Fahrzeuge kann die Zulassungsbehörde durchaus mit einigen Exoten punkten. Neu im Bestand sind ein Bentley Bentayga W12 mit 608 PS (301 km/h) sowie jeweils ein Tesla S und X-Modell. In Sachen Geschwindigkeit ist der Bentley Continental GT Speed seit vergangenem Jahr mit 332 km/h unangefochtener Spitzenreiter, dicht gefolgt von zwei Ferrari (Speziale mit 326 km/h und California mit 312 km/h), die seit 2015 auf ein GTH-Kennzeichen zugelassen sind.

 

Oldtimer immer beliebtere Alternative

 

Noch einmal um gut zehn Prozent hat die Zahl der zugelassenen Oldtimer, die sich immer stärker zur Mobilitätsalternative und Geldanlage entwickeln, im Jahr 2017 zugelegt. Insgesamt 544 Fahrzeuge, davon 383 PKW, 55 Motorräder sowie 37 Lkw und 36 Traktoren, konnten sich mit einem H-Kennzeichen schmücken (2016 insgesamt 498 Fahrzeuge). Blickt man bis ins Jahr 2011 zurück, dann hat sich der Bestand nahezu verdoppelt (seinerzeit 285 Fahrzeuge). Für eine Oldtimer-Einstufung muss das jeweilige Fahrzeug mindestens 30 Jahre alt sein. Die Hitliste der Oldtimer führt ein Ford T Touring Baujahr 1923 an, gefolgt von drei teils noch in Eisenach produzierten BMW und einem Citroen des Jahresgangs 1928. Bei den Traktoren liegt ein Lanz Bulldog von 1938, bei den Lkw ein Citroen 23U Baujahr 1938 vorn. Eine BMW R2 mit Erstzulassung 1932 hält den Altersrekord unter den Motorrädern.

 

Lokalpatrioten nutzen Kennzeichenmitnahme verstärkt

 

Seit 2011 besteht die Möglichkeit, beim Wohnortwechsel des Halters die Kennzeichen in den neuen Zulassungsbereich mitzunehmen. Diese Möglichkeit nutzen Autofahrer noch immer gern. Von anfangs (2011) 284 fremden, aber auf Gotha registrierten Kennzeichen stieg deren Zahl bis Ende 2017 auf 1.689 (2016: 1.549). Im Gegenzug beweisen die Halter von 1.410 Fahrzeugen (2016: 1.320) in der Fremde Lokalpatriotismus und haben immer noch ein GTH-Kürzel an der Stoßstange, obwohl der Zulassungsbereich ein anderer ist.

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